Interpellation eingereicht: Antisemitismus in Luzern – Rassismus umfassend bekämpfen

Antisemitismus bleibt auch in der Schweiz ein ernstes Problem und stellt eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft dar. Das zeigt der Antisemitismusbericht 2025, den der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) veröffentlicht haben. Als Auslöser antisemitischer Vorfälle werden häufig die Konflikte im Nahen Osten genannt.

So kam es im vergangenen Jahr unter anderem in Luzern, Zürich und Davos zu Angriffen auf orthodoxe Juden, die geschlagen und bedrängt wurden. Während die Zahl antisemitischer Vorfälle im öffentlichen Raum zurückging, verzeichnete der SIG eine deutliche Zunahme im Internet. Im Berichtsjahr wurden online fast 2200 Vorfälle registriert, im Vergleich zu rund 1600 im Jahr zuvor.

Diese Entwicklung sorgt nicht nur in der jüdischen Gemeinschaft für grosse Besorgnis und Verunsicherung, sondern betrifft uns alle. Antisemitische Vorfälle untergraben grundlegende Werte unserer Gesellschaft.

Die Stadt Luzern führte in der Woche rund um den internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2026 eine Aktionswoche durch, die sich dem Thema antimuslimischer Rassismus widmete. Die FDP-Fraktion begrüsst das Engagement der Stadt Luzern, denn Rassismus gegenüber jeglicher Gruppe, einschliesslich gegen Muslime, ist nicht tolerierbar. Gleichzeitig wird bedauert, dass die Kampagne nicht umfassender angelegt wurde; insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus. Dabei geht es nicht darum, Religionen oder Gruppen gegeneinander auszuspielen, sondern vielmehr darum, die gesamte Bandbreite von Rassismus sichtbar zu machen.

Mittels Interpellation wollen unsere FDP-Grossstadträte Lukas Blaser, Anna-Sophia Spieler und Mark Buchecker unter anderem vom Stadtrat wissen, wie der Stadtrat die aktuelle Situation im Zusammenhang mit Antisemitismus in Luzern beurteilt; welche konkreten Massnahmen die Stadt ergreift, um Rassismus vorzubeugen und zu bekämpfen; wie viele antisemitische Vorfälle in den letzten fünf Jahren in der Stadt registriert wurden; warum die Stadt ihre aktuelle Kampagne nicht breiter anlegt und inwiefern durch die aktuelle Kampagne Rassismus gegen andere Glaubensgemeinschaften vernachlässigt wird.