«Bildung stärken und gezielt fördern»

Du bist Jurist und hast bis jetzt politisch nicht aktiv mitgewirkt. Was hat dich bewogen, dies zu ändern?

Ich möchte einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Kantons Luzern nehmen. Ich bin der Meinung, dass konstruktive Beiträge in der heutigen Zeit nötig sind um die weitere Entwicklung des Kantons Luzern voranzutreiben. 

Ich bin seit vielen Jahren durch mein Studium an der Universität Luzern mit der Stadt und dem Kanton verbunden. Seit längerer Zeit wollte ich mich politisch engagieren, aber erst mit meinem definitiven Umzug nach Luzern 2017, hatte ich mein Zuhause gefunden und den Ort, an dem ich mich politisch endlich beteiligen kann.

Was würdest du an der kantonalen Gesetzgebung ändern, wenn du freie Hand hättest?

Wenn ich freie Hand hätte, würde ich die Einsparungen, die der Kanton Luzern bei der Bildung getätigt hat rückgängig machen. Der Standortvorteil Schweiz stützt sich auf die Stabilität unseres Landes, sowie auf dessen Bildungsqualität. Einsparungen im Bildungswesen sind gefährlich, da einmal entstandene Schäden eine ganze Generation betreffen, und genau so lange brauchen um wieder ausgebessert zu werden. Der Fokus auf gute Bildung muss in Luzern, sowie in der ganzen Schweiz beibehalten werden, wollen wir die Wettbewerbsfähigkeit unseres Kantons und unseres Landes aufrechterhalten und verbessern.

Auch die Kosten für Beratungsgespräche bei der Berufs- Studien und Laufbahnberatung würde ich wieder abschaffen. Der Erfolg des Schweizer Modells ist auch Resultat der Stärke des dualen Bildungswegs. Den Menschen die verschiedenen Möglichkeiten die sie haben aufzuzeigen, sowie auch die Möglichkeit auf neue wirtschaftliche Situationen zu reagieren ist für den Kanton Luzern wichtig. Deshalb sollten Arbeitnehmende bei der Planung ihrer Karriere, sowie bei allfälligen Veränderungen in ihrer Laufbahn unterstützt werden. Beratungskosten sollten kompetenter Beratung nicht im Weg stehen. Berufsberatung muss für alle Menschen im Kanton zugänglich bleiben.

Was ist dir besonders aufgefallen an den Entscheiden, die das Kantonsparlament in der letzten Zeit gefällt hat (positiv oder negativ?)

Als Anwohner der Friedentalstrasse ist der auffälligste Entscheid natürlich der Kredit für die Planung des Luzerner Autobahnzubringers Spange Nord. Ich bin der Meinung, dass eine allgemeine Überprüfung des Projektes gut ist, und auch dass die Option offen bleibt, das Projekt nicht zu realisieren. Entscheidend ist am Ende, dass die Möglichkeit umgesetzt wird, die der Stadt, dem Kanton und den Anwohnern am meisten Mehrwert bringt. Hier ist der Miteinbezug aller Betroffenen wichtig. Bei der Überprüfung der jüngsten Entscheide des Kantonsrats ist mir aber auch aufgefallen, wie unübersichtlich die Liste der Entscheide des Kantonsparlaments ist. Es muss für alle Einwohnerinnen und Einwohner einfacher sein, Entscheide aufzulisten und zu verfolgen. Die verschachtelte und unübersichtliche Darstellung der Kantonsratsentscheide ist benutzerunfreundlich und kann abschreckend wirken. Es würde unserer Demokratie guttun, wenn die Nachvollziehbarkeit von Entscheiden möglichst klar ist und Entscheide möglichst einfach von allen Altersgruppen abgerufen werden können. Eine Verbesserung dieser Übersicht wäre meines Erachtens wünschenswert.

Ralph Hemsley

Alter: 34 Jahre
Politische Funktion: noch keine
Ausbildung: kaufmännische Lehre / Universität (Mlaw und M.A.)
Beruf aktuell: Jurist